Wie Meditation mein Leben verändert hat

Meditation

Wie Meditation mein Leben verändert hat

Kennst du das Gefühl, wenn du jemanden triffst und du spürst sofort eine bestimmte Verbundenheit. Es ist keineswegs geschlechtsspezifisch oder eine romantische Anziehung, sondern eine tiefere Verbundenheit. Man denkt einfach, wow…erzähl mir mehr, ich höre dir so gern zu. Super oft passiert mir das leider nicht, aber als ich im vergangenen Jahr eine Bootsfahrt in Indonesien machte, traf ich so einen Super-Charakter. Eine Krankenschwester aus Amerika die immer ein halbes Jahr arbeitet und dann ein Jahr um die Welt reist. Ich hatte das Gefühl sie ist die älteste Person die ich je getroffen hatte, weil sie einfach so klug und weise war und dabei war sie erst 35. Ich fühlte mich einfach immer wohl in ihrer Nähe, weil sie so viel Positives ausstrahlte. Als ich zurück in Deutschland war hielten wir weiter Kontakt und sie lud mich ein, sie in Amsterdam zu besuchen, wo sie gerade bei ihrem Freund lebte. Und sie war es auch, die mich dann final zum Meditieren brachte. Aber vorher ein kleiner Rückblick zu meinen ersten Begegnungen mit dem Thema Spiritualität und Meditation.

Während meiner Reise durch Indonesien hatte ich mir versucht immer wieder Momente für mich selbst zu nehmen, Achtsamkeit und Stille zu genießen. Doch da ich schon immer Millionen Gedanken im Kopf und gefühlt 80% mehr Energie als die meisten Menschen habe, viel mir das wirklich nicht leicht. Immer wenn ich mich auf etwas konzentrierte, rasten schon die nächsten Gedanken von allen Seiten herbei. Auch war ich immer der Meinung das Entspannung einfach nicht mein Ding sei. Ich kann mich nicht entspannen und einfach mal nichts tun und nichts denken. Da fehlt mir die Action und mir wird viel zu schnell langweilig. Das dachte ich fast mein ganzes Leben.

Als ich in Indien lebte, besuchte ich für drei Tage den Osho Ashram. Dort drehte sich alles um Meditation. Doch ich konnte damit überhaupt nichts anfangen. Ich war einfach noch nicht so weit. Ich war weder für Spiritualität offen, noch konnte ich in mich hinein fühlen. Das meiste was ich dort sah und hörte, war für mich esoterischer Quatsch. Damals saß ich mit hundert anderen Leuten im Lotossitz zusammen und während alle förmlich in andere Sphären schwebten, dachte ich nur an meine Rückenschmerzen, was ich später essen könnte, was meine Mama wohl gerade unternimmt und was meine Freunde denken, wenn sie mich hier sitzen sehen würden. An Abschalten war nicht zu denken. Auch schon früher hatte ich Erfahrungen mit Entspannungsmethoden z.B. nach Jacobsen aber entweder schlief ich ein oder mein Gehirn feierte die wildesten Partys mit abertausenden Gedanken.

Als ich dann nun meine Freundin in Amsterdam besuchte, litt ich zusätzlich unter Liebeskummer und konnte zuerst die tolle Reise gar nicht genießen. Ständig rief ich mir diese fiesen Gedanken hervor die mich leiden ließen und Schmerz verursachten. Mit Absicht! Selbstmitleid ganz vorn mit dabei. Damals war meine Freundin die erste Person die mir erzählte, dass ich der Boss von meinen Gedanken bin und Gefühle nur drei Sekunden dableiben und alles andere ich selbst projiziere, weil es sich ja so schön schlimm anfühlt. Ich erkannte keinen Grund mehr mich scheiße zu fühlen. Genug gelitten, also einfach mal aufhören. Leichter gesagt als getan. Auch wenn ich nun wusste bzw. das erste Mal so richtig in meinem Leben erkannte, dass ich am Hebel sitze meine Gefühle und Gedanken zu steuern, ist Liebeskummer wohl eines der schwierigsten Gefühle die einfach zu stoppen sind. Es half mir sehr anzuerkennen, dass es überhaupt nicht um Liebe ging, sondern nur um mein Ego. Fantastisch das herauszufinden, aber sich frei vom Ego auf alle Zeit zu machen, schaffen wohl nur die wenigsten Erleuchteten. Aber man soll sich ja große Ziele stecken. 😉

Jedenfalls nahm sich meine Freundin jeden Morgen 20 Minuten Zeit um zu meditieren. Egal ob sie Besuch hatte und ich mit knurrenden Magen am Frühstückstisch saß, sie nahm sich einfach immer diese Zeit für sich. Diese paar Tage mit ihr, zu sehen wie glücklich und ausgeglichen sie ist und wie reflektiert, nenne ich das was man als Inspiration bezeichnet. Sie versuchte mich nicht zu überzeugen, dass ihr Lebensweg der richtige ist oder irgendetwas dergleichen, sondern sie inspirierte mich einfach mit allem was sie tat und bereicherte mein Leben sehr. Als ich zurück nach Hause fuhr nahm ich mir vor regelmäßig zu meditieren und ich habe es bis heute durchgezogen. Und jetzt das große Warum?!

Wir werden in unserem Leben von so vielen Dingen abgelenkt. Jeden Tag den ganzen Tag!  Und heutzutage noch viel mehr, Smartphone sei Dank. Wir nehmen keinen Moment mehr für uns, um in uns hinein zu hören und heraus zu finden was wir wirklich im Leben möchten, was uns glücklich macht. Um dann unseren Fokus auf diese wichtigen Dinge zu legen anstatt auf medialen Bullshit. Eines der größten Gründe für mich mit dem meditieren anzufangen war, dass ich nicht meinen Gedanken und Gefühlen ausgeliefert sein wollte. Wenn mir meine Emotionen nichts Gutes bringen, kann ich sie einfach sein lassen und meine Aufmerksamkeit auf etwas Positives richten. Jeder hat mit Sicherheit andere Gründe anzufangen aber jeder der meditieren liebt und praktiziert wird die Magie verstehen. Zuvor ist sie schlecht in Worte zu fassen. Ich versuche dennoch einen zweiten Versuch das Warum zu erklären: Alle Angst und aller Stress kommt aus der Vergangenheit oder der Zukunft! Wenn wir meditieren sind wir im hier und jetzt und in diesem Moment ist alles genau so wie es sein soll und perfekt. Genau hier in der Gegenwart gibt es nichts zu befürchten und keinen Stress oder Anspannung zu verspüren.

Genau wie es im Leben immer so spielt, ob Zufall oder Bestimmung, ab diesem Zeitpunkt begegnete das Thema Meditation mir immer wieder und überall. Ein paar Monate später traf ich in Berlin zufällig einen alten Kumpel auf der Straße, den ich in Marokko beim Surfen kennenlernte. Er nahm mich spontan mit zu seinen Freunden und ich kam mit jemanden ins Gespräch dem ich erzählte wie gern ich meditiere und wie sehr mich das verändert hat, aber dass ich jetzt kaum noch Zeit dafür habe wegen meines neuen Jobs und bla bla. Er lächelte mich an und sagte: Meditiere jeden Tag 20 Minuten und wenn du keine Zeit hast, meditiere eine Stunde. Diesen Spruch hörte ich zum ersten Mal aber er machte so viel mit mir und ich konnte nur nicken und ihm ein Lächeln zurück schenken. Wieder ein paar Monate darauf war ich ein paar Tage in Teneriffa zum Surfen und traf im Hostel einen älteren Irländer. Er zog jeden Tag seine 20 Minuten Meditation durch und als ich das feststellte und wir darüber auch redeten, erinnerten wir uns immer gegenseitig und meditierten am Strand gemeinsam. Auch als ich dann Ende des Jahres meinen australischen Freund kennenlernte, kam in unseren ersten Gesprächen das Thema Bewusstseinsarbeit und Meditation auf und er erzählte mir, dass er ein 10-Tage Schweige-Retreat namens Vipassana gemacht hatte, von dem ich zuvor schon von zwei Kolleginnen gehört hatte. Zehn Tage schweigen, keine körperliche Ertüchtigung, kein Augenkontakt und nichts Anderes, was dich irgendwie ablenkt vom reinen Selbst und der Stille. Das war ziemlich beeindruckend für mich und demnächst möchte ich diese Erfahrung (oder besser gesagt Herausforderung) auch einmal angehen.

Wenn mich Leute fragen wie Meditation funktioniert, kann ich nur weitergeben was ich in einer App (ich glaube 7Mind, welche sehr zu empfehlen ist) gehört habe und ich am passendsten finde: Meditation ist Absichtslosigkeit. Man sollte also nicht versuchen irgendwas mit Absicht zu tun oder nicht zu tun. Sich zu zwingen seine Gedanken nicht zuzulassen, ist mit Sicherheit nicht der richtige Weg. Aber es gibt unzählige Techniken, die einem gerade am Anfang sehr helfen können. (Geführte Meditationen wie diese hier sind zu Beginn am hilfreichsten!) Meist beginnt alles mit Atmung. Die meisten Meditationstechniken konzentrieren sich auf Atemübungen und unser Atem hilft uns tatsächlich sehr im hier und jetzt anzukommen. Solange wir uns darauf konzentrieren, können wir an nichts anderes denken. Und jedes Mal wenn wir abdriften mit unseren Gedanken können wir ganz sanft unsere Aufmerksamkeit wieder zurück zu unserem Atem lenken. Andere Meditationen wie Body-Scan oder Gedankenreisen sind auch super. Sich Gedanken wie Wolken vorzustellen die vorüberziehen oder Autos im Verkehr denen wir nicht weiter nachschauen, hilft uns bei der Konzentration. Ich mache oft auch Chakra-Meditationen und konzentriere mich auf die jeweiligen Energiezentren im Körper, da ich durch Reiki versuche meine Selbstheilungskräfte zu verstärken. Meditation schult dein Bewusstsein. Frage dich doch einmal wieso Mönche sich das freiwillig ihr ganzes Leben antun oder Buddha sein Leben als Prinz geopfert hat, um die Hauptzeit seines Lebens zu meditieren. Und selbst wenn Meditation dir am Anfang nicht viel geben kann, kann es dir eine Menge nehmen! Zum Beispiel: Angst, Stress, Wut, Zweifel und Unzufriedenheit.

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Lies auch einen meiner anderen Blogpost z.B. wie du in Aktion kommst oder wie du herausfinden kannst was du willst.


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